Baumstämme zeugen von vielleicht frühester Besiedlung

Das Gebiet in der Allermarsch ist wegen seiner zahlreichen Hinweise auf frühere Besiedlungen bei Hobby-Archäologen mittlerweile bekannt und beliebt. Einen besonders interessanten Fund entdeckten vor kurzem die Besitzer eines Grundstücks in Altenwahlingen: Als sie dort das Loch für einen Keller aushoben, kamen Reste von mehreren Brunnen zum Vorschein. Der herbeigeholte Kreisbeauftragte für Denkmalpflege, Wilhelm Meyer, schätzt den ältesten der vier Brunnen auf fast 1000 Jahre. Damit wären sie die ältesten Zeugen für Besiedlung in Altenwahlingen.

(Altenwahlingen.) "Die genaue Altersbestimmung liegt noch nicht vor, aber Schätzungen von Experten bestätigen meine Vermutung: Vielleicht zwölftes Jahrhundert, womöglich aber noch älter." Wilhelm Meyer ist stolz auf diesen Fund in dem kleinen Ort, auch wenn es nicht der erste ist. 1988 wurde bereits ein Einbaum entdeckt, der aber nicht älter als 300 Jahre eingeschätzt wurde.

In dem Brunnen sind zudem noch einige Scherben und ein noch unbestimmter Holzgriff gefunden worden. Gut erhalten sind die Brunnenreste, weil sie unterhalb der Grundwassergrenze im Wasser lagen. Gerade in der Allermarsch sind deshalb viele archäologische Gegenstände noch erhalten. Der Denkmalbeauftragte weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass Bürger, die ähnliche Holzfunde machen, diese sofort ins Wasser legen sollen. Ansonsten sind die Sachen nach kurzer Zeit unbrauchbar."

Christian Müller von der unteren Denkmalbehörde des Landkreises bittet die Bürger ebenfalls um Mithilfe: "Wenn kleinere Scherben oder auch Münzen und Brunnen gefunden werden, bitten wir um Meldung." Dabei versichert er, dass der Eigentümer des Grundes diese Fundstücke behalten kann. "Uns geht es dabei um den wissenschaftlichen Wert - nur deshalb sind sie für uns wichtig."

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