Donauländer Axt

Historisches Fundstück war lange verschollen / Erbe als Dauerleihgabe

Zeichnungen gibt es von ihr, sogar in den alten bekannten Büchern wie "Die Heidmark" ist ihre Abbildung zu sehen. Vom Original, von der so genannten "Donauländer Axt", die auf dem Gelände des Truppenübungsplatz gefunden wurde, fehlte allerdings jede Spur. Bis jetzt: Seit Donnerstag ist die historische Axt wieder in der Heide – ihr Besitzer, ein Künstler aus Bielefeld, hat sie der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft e.V. für das Museum in Bad Fallingbostel übergeben.

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Bad Fallingbostel. Klaus Stegmann überraschte Wilhelm Meyer, Kreisbeauftragter für Archäologische Denkmalpflege, und die Archäologische Arbeitsgemeinschaft sehr, als er den Kontakt aufnahm und einige Fundstücke als Dauerleihgabe anbot – unter anderem auch besagte Axt. "Es ist das Original, wir hatten zwar die Zeichnungen, aber das Stück hat gefehlt", freut sich Wilhelm Meyer über den guterhaltenen Fund, der vermutlich aus der Zeit um 3000 vor Christus stammt. Die restlichen Stücke, die sich auf den Abbildungen befinden in "Die Heidmark" sind, liegen im Landesmuseum.

"Die Axt heißt ,Donauländer Axt' weil sie vermutlich von Bauern aus der Region hier in die Heide gebracht wurde", erklärt der Experte. Zusammen mit einigen anderen historischen Stücken hat Klaus Stegmann sie als Erbe von seiner Großmutter erhalten, die in Einzingen gelebt hat und 1936 ausgesiedelt wurde. Von dort stammen auch die Stücke, zu denen unter anderem ein kleines Feuersteinbeil, eine Streitaxt aus der Bronzezeit und ein Spinnwirtel (Schwunggewicht) vermutlich direkt vom Hof in Einzingen gehören.

"Das Erbe meiner Großmutter war für mich sehr symbolträchtig. Und als Lehrer konnte ich es gut im Unterricht verwenden. Jetzt bin ich im Ruhestand, aber die Funde sollen nicht in einer Schublade in Vergessenheit geraten", erklärt der 62-jährige Bielefelder. "Wir haben in der Familie besprochen, dass so etwas eigentlich in die Öffentlichkeit gehört und nicht in einen privaten Schrank. Ich habe gedacht, es gehört zurück in die Heide." Vielleicht, so die Hoffnung des Künstlers, der im In- und Ausland bekannt ist, folgten ja andere seinem Beispiel und überreichten dem Museum ebenfalls den einen oder anderen kleinen Schatz.

Seine Schätze können Besucher jedenfalls ab dem kommenden Frühjahr in den Ausstellungsräumen in der Michelsenstraße 1 begutachten, wenn das Museum nach der Winterpause wieder seine Türen öffnet.

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