Mit Sonnencreme auf Zeitreise
Mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Darverden – bäuerliches Leben vor 3000 Jahren“ ist das Museum der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft in Bad Fallingbostel in die neue Saison gestartet. Dr. Jutta Precht, Kreisarchäologin des Landkreises Verden, nahm die Besucher mit auf eine Zeitreise ins Aller-Urstromland und erweckte eine spätbronzezeitliche Siedlung wieder zum Leben.

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Bad Fallingbostel. Maurerkelle, Pinsel und Sonnencréme sind nur einige der ungewöhnlichen Utensilien, die die Archäologen benötigt haben, um die 3000 Jahre alte Siedlung von Erde und vom Staub der Jahrhunderte zu befreien. Fotos, Rekonstruktionszeichnungen, Fundstücke und vor allem eine gelungene Alternative zum herkömmlichen Schaukasten geben Einblick in die Grabungen, die in den Jahren 1996 bis 2002 nahe Darverden stattgefunden haben: In einem Sandkasten steht ein detailgetreues Modell des Hauses, dass die Forscher bei Arbeiten einer Erdgasfirma entdeckt haben. Rot-weißes Absperrband und das Schild „Baustelle“ halten allzu Neugierige fern – wie auch bei der echten, rund 6000 Quadratmeter großen Fundstelle.

„Ein Kollege hat die Siedlung bei einer Routinebegehung entdeckt, als Erdschichten für die Bohrungen abgetragen worden sind. Die ganze Fläche war übersät mit Scherben.“ Sofort war der Kreisarchäologin klar: An dieser Stelle am Goldbach haben vor vielen Jahren einmal Menschen gesiedelt. 13 Brunnen, zwei Häuser, aber auch Müllgruben („das muss hier bestialisch gestunken haben“) und ein Friedhof sind seither ans Tageslicht befördert worden.

Wilhelm Meyer, Kreisbeauftragter für archäologische Denkmalpflege, freut sich über die neue Ausstellung: „Ein Museum lebt von Aktualität.“ Vor allem Schülergruppen und Jugendliche aus den umliegenden Schulen, dem Jugendzentrum und aus der Jugendherberge seien häufige Besucher des Museums in Bad Fallingbostel. Auch die Exkursionen der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft würden gut angenommen werden. Allerdings herrsche im Museum – gerade für größere Gruppen wie Schulklassen – akuter Platzmangel. Aber für den Umbau der hinteren Räume „fehlt noch die Geldfee!“

Gezeigt werden auch neue Exponate – wie das Siegel der Herren von Hademstorf aus dem Jahr 1394 und ein bronzezeitliches Schwert aus einem Hügelgrab bei Kroge, das nach 60-jähriger Odysee auf einem Flohmarkt in Schneverdingen wieder aufgetaucht ist. Das Museum ist donnerstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Kontakt:  (05162) 985427, info@museum-badfallingbostel.de (Homepage: www.museum-badfallingbostel.de). Besuche außerhalb der Öffnungszeiten können unter (05161) 3356 vereinbart werden.

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