Forscher wollen Rätsel um die Aller-Burgen lösen
Wo heute Kühe grasen und Störche nach Nahrung suchen, residierte vor rund 700 Jahren ein Adelsgeschlecht: In der Allermarsch bei Grethem existierte einst die Burg Blankenhagen, von der aus Grafen die Schifffahrt auf dem Fluss kontrollierten – heute erinnern nur noch Erdwälle und Vertiefungen an die kleine Festung. Vielleicht wissen Forscher allerdings schon bald mehr über die bedeutungsvolle Stelle am Grethemer Fährweg. Nach dem sensationellen Fund eines Siegels im vergangenen Jahr an der Stelle der früheren Uhlenburg bei Essel (WZ berichtete), wollen Wissenschaftler auch die Rätsel anderer Burgen an der Aller lösen.

Grethem. Es ist kaum vorstellbar, was sich vor Hunderten von Jahren an der Aller abgespielte. Etwa alle zwei bis drei Kilometer wachten Adelige in ihren Burgen über das Treiben auf dem Fluss. Die Festungen setzten sich aus mehreren Holzhäusern mit steinernen Fundamenten, Holzpalisaden sowie einer Wall- und Grabenanlage zusammen. Bei Bierde, Hodenhagen und Essel lassen sich noch Reste der kleinen Residenzen erkennen. Und auch bei Grethem.

Verschiedene Fördertöpfe lassen es jetzt zu, dass der Kreis Soltau-Fallingbostel, die Archäologische Arbeitsgemeinschaft und das Landesamt für Denkmalpflege ihre Forschungen an der früheren Burg Blankenhagen intensivieren können. „Wir haben bisher nur Einzelbefunde zu den Burgen“, sagt der Geophysiker Dr. Christian Schweitzer. „Es geht darum, erstmals einen geschichtlichen Abriss herzustellen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Burgen damals aussahen.“

Am Freitag war der Forscher aus Groß Burgwedel erstmals mit seinem Team in der Grethemer Allermarsch vor Ort, um ein so genanntes Magnetogramm von dem früheren Burgenstandort zu erstellen. Mittels modernster Technik misst der Experte dabei magnetische Störfelder in der Erde, die beispielsweise auf Mineralien oder Holz im Boden hinweisen. Ein Computer wertet jeden Quadratmeter aus und erstellt später eine Art digitale Karte des Erdreichs. Dabei ist Dr. Christian Schweitzer (vorerst) nicht auf Münzen oder Waffen aus. Er interessier sich „für die großflächigen Strukturen“ – unter anderem Fundamente oder Holzpalisaden. .....

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