„Ein echtes Vorbild für andere Regionen“

Mit einem Festakt im „Hof der Heidmark“ (Bad Fallingbostel) feierte die Archäologische Arbeitsgemeinschaft e. V. Landkreis Soltau-Fallingbostel am Sonnabend ihren 30. Geburtstag. Dabei sprach unter anderem der niedersächsische Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann viel Lob aus: „Sie sind eine der großen, wichtigen Arbeitsgemeinschaften in Norddeutschland“. Und: „Sie sind ein echtes Vorbild für andere Regionen.“

          

Überreichung der Stuhlmachermedaille an Wilhelm Meyer

Niedersächsischer Landesarchäologe
Dr. Henning Haßmann

[Bad Fallingbostel.] „Wir wissen, was wir an Ihnen haben“, betonte auch der Bürgermeister der Kreisstadt, Arnold Richter. Ob Museum, Megalith-Park, Zusammenarbeit mit Schulen oder Aufgaben der staatlichen Denkmalpflege: „Sie haben viel für das Gemeinwohl getan.“ Auch der stellvertretende Landrat Wilfried Worch-Rohweder hob das Engagement der Arbeitsgemeinschaft für die Allgemeinheit hervor.

Dr. Henning Haßmann, Landesarchäologe, erinnerte an die „Aufbruchstimmung“ in den 70er Jahren. Damals habe in Deutschland noch das preußische Ausgrabungsgesetz gegolten. Als die Baubranche boomte, Autobahnen und Gewerbegebiete in großer Anzahl entstanden, habe es reichlich Verluste gegeben: Viele stumme Zeugen der Geschichte verschwanden auf Nimmerwiedersehen unter Beton und Asphalt. Doch das Interesse wuchs, historisch wertvolle Funde zu retten – die Archäologische Arbeitsgemeinschaft war frühzeitig mit von der Partie.

„In den vergangenen 30 Jahren ist viel passiert“, erinnerte Haßmann an zahlreiche Gesetzesänderungen. Nach wie vor schlummere noch „eine Fülle an Schätzen unerkannt im Boden“. Dieses „unterirdische Archiv“ könne indes nur von Profis sinnvoll bearbeitet werden. Nach wie vor seien viele „Illegale“ am Werk, die wertvolle Funde dann „bei E-bay verkaufen“. Doch damit, so Dr. Haßmann, sei die geschichtliche Aussage des Fundstücks für immer verloren.

Was sich alles in drei Jahrzehnten Archäologische Arbeitsgemeinschaft getan hat (WZ berichtete bereits), das hat der ehemalige Vorsitzende Ernst-Joachim Lübkert in einer Chronik zusammengefasst. Darin konnten Gäste am Sonnabend ebenso stöbern wie in zahlreichen anderen Veröffentlichungen, die die Gemeinschaft im Laufe der Zeit zusammengestellt hat.

Eine besondere Ehrung erhielt Gründungsmitglied Wilhelm Meyer: Er bekam die selten verliehene Stuhlmachermedaille. In der Laudatio stellte Wulf Thieme (Helms-Museum) vor, wie Meyer vom Hobby-Archäologen zum Experten geworden ist. Kreisbeauftragter für Archäologische Denkmalpflege, stellvertretender Vorsitzender der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft, Mitglied der Archäologischen Kommission: „Wilhelm Meyer ging und geht voll auf in diesem Thema“, sagte Thieme. Er habe sich mit Fleiß und Beharrlichkeit „tief eingearbeitet“.

Geehrt wurden am Sonnabend auch die zehn noch lebenden Gründungsmitglieder (siehe Bild unten) sowie für langjährige Mitgliedschaft Jochen Homann, Georg Müller und Hans-Peter Güttner (25 Jahre); Siegfried Annussek, Helmut Hauser, Günter Kruse und Dr. Sabine Sattler-Kosinowski (20 Jahre) und Sigrid Gnas (15 Jahre).

      

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