Museum stellt neuen „Klassenraum“ vor

Ob Kochen wie in der Steinzeit oder ein Leben ohne Strom und Speicherchips: Kindern machen Ausflüge in die Vergangenheit Spaß. Das Museum in Bad Fallingbostel bietet dazu nicht nur eine Menge Anschauungsmaterial an – auch Unterrichtsstunden mit Knalleffekt bringen dem Nachwuchs alte Zeiten näher. Kurz vor dem Saisonstart am kommenden Freitag hat die Archäologische Arbeitsgemeinschaft als Betreiberin des Museums den neuen Schulungsraum fertig gestellt.

                     

[Bad Fallingbostel.] Wenn der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Jochen Homann in seine alte Rolle als Schulmeister schlüpft, wird der Unterricht zur Reise in die Vergangenheit. Da fliegen die Flintstone-Funken und die Steinaxt zum Anfassen zeigt plastisch den Unterschied zu Papas Baumarkt-Werkzeug auf.
 
Bisher konnten Schulklassen, Jugend- und Kindergartengruppen allerdings nur im beengten Flur des Museums auf Fred Feuersteins Spuren wandeln. Ursprünglich hatte die Archäologische Arbeitsgemeinschaft deshalb vor, einen alten Speicher aus Riepe abzutragen, zu sanieren und neben dem Museum wieder aufzustellen. Doch dieses Vorhaben scheiterte aus „städtebaulichen Gründen“ (WZ berichtete).

Doch es gab „Plan B“: Die Umgestaltung im Inneren des Museumsgebäudes in der Michelsenstraße 1, gleich neben der Grundschule. Mit viel Eigenleistung sowie der Hilfe der Eigentümerin Stadt Bad Fallingbostel und einer Spende der Kreissparkasse machten sich die Vereinsmitglieder ans Werk.

Das ehemalige Depot wandelten die Ehrenamtlichen in einen Schulungsraum um, der jetzt jederzeit fertig bestuhlt für Unterricht zur Verfügung steht. Für das neue Fundarchiv wurden Nebenräume umgestaltet. Neue Notausgänge entstanden ebenfalls in der alten Försterei, die bereits kurz nach dem 30-jährigen Krieg gebaut worden war.

Zum Saisonstart am kommenden Wochenende steht aber nicht nur der frisch eingerichtete Klassenraum zur Verfügung. Gleichzeitig wird am Freitag, 30. März, um 15 Uhr die Sonderausstellung „Bronze, Silber & Glas – Funde aus einem altsächsischen Gräberfeld in Immenbeck bei Buxtehude“ eröffnet. Gezeigt werden kostbare Grabbeigaben und herausragende Glasfunde von einem Friedhof, auf dem die Altsachsen zwischen 350 und 550 n. Chr. ihre Toten bestattet haben. Die Ausstellungseröffnung ist öffentlich.

WZ-LOGO.GIF (2658 Byte)