Ehemalige Siedlung bei Büchten entdeckt

Probegrabung auf dem Acker: Funde der Bronze- und Eisenzeit / Größere Bedeutung für Region

Der Pflug brachte es an den Tag: Im Herbst brach der Landwirt Cord Heinrich Fegebank seinen Büchtener Acker etwas tiefer um als gewöhnlich. Dabei kamen zahlreiche Keramikscherben, Flintabschläge und Eisenschlacken an die Oberfläche. Bei einer Probegrabung kam dann Erstaunliches ans Licht: An dieser Stelle könnte in der Bronze- und Eisenzeit eine Siedlung gewesen sein.

     

Büchten. Dass durch die landwirtschaftlichen Tätigkeiten, insbesondere beim Pflügen längs der Leine und Aller immer wieder archäologische Objekte erfasst werden, ist nicht verwunderlich. Zum einen waren es die fruchtbaren Aueböden, die schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit immer wieder Menschen zum Siedeln animierten, zum anderen war es aber auch das Wasser selbst, das nutzbare Ressourcen schuf. Der Zufall wollte es, dass der Beauftragte der archäologischen Denkmalpflege von Neustadt am Rübenberge, Klaus Gerken, auf diese Fundstelle aufmerksam wurde. Gemeinsam mit dem Beauftragten der archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Soltau-Fallingbostel, Wilhelm Meyer, und Mitgliedern der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft wurde eine Probegrabung vorgenommen – mit beachtlichen Ergebnissen. Gleichmäßig verteilte Funde setzten sich überwiegend aus Keramikscherben, Lehmbewurf, Schlacken und Flintartefakten zusammen. Aufgrund der Form und der Verzierungselemente der Scherben konnte eine erste zeitliche Einordnung in die ausgehende Bronzezeit und frühe vorrömische Eisenzeit vorgenommen werden (ca. 1100 - 500 v.Chr.). Dass hier nicht nur ein Siedlungsplatz vorhanden gewesen ist, sondern möglicherweise auch Gräber angelegt wurden, mag eine andere Kategorie an Funden belegen. Es wurden an einer begrenzten Stelle eine Bronzenadel, eine mit einem Augenmuster verzierte Glasperle sowie weiterer Glasschmelz und Knochenbrand geborgen, welche als Hinterlassenschaften einer also noch in die frühe vorrömische Eisenzeit. Nachweise von Hausgrundrissen konnten zunächst nicht dokumentiert werden, da ein unter der Pflugschicht vorhandener Braunboden mit seiner Färbung derartige Befunde überprägt hat. Erst nach Abtrag dieser Bodenschicht ließ sich dann doch noch eine einzelne, tiefer eingegrabene Abfallgrube belegen, die eine größere Anzahl an Keramikscherben enthielt, darunter auch ein fast vollständiges Gefäß. Die Funde dieser Grube lassen sich wohl noch in eine etwas ältere Phase innerhalb der genannten Siedlungsperiode stellen, das heißt noch in den jüngeren Abschnitt der Bronzezeit bis hin zum Übergang zur Eisenzeit. Gerade dieser Zeitabschnitt ist im hiesigen Raum, was das Siedlungswesen und die Kenntnis von regionalen Gruppierungen und deren Grenzen anbetrifft, aber noch weitgehend unerforscht. Es sind bislang nur wenige Siedlungen dieser Zeitstellung bekannt geworden und kaum eine davon wurde systematisch untersucht. Dagegen sind die Kenntnisse hinsichtlich des Totenkults über die zahlreicher bekannt gewordenen Gräberfelder mit Urnenbestattungen und Grabhügeln größer. Daher kann der Fundstelle in Büchten eine besondere Bedeutung beigemessen werden.

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