Die Himmelsscheibe von Nebra

Ein sensationeller frühbronzezeitlicher Fund aus Sachsen-Anhalt
Diavortrag von Dr. Harald Meller

Donnerstag, 24.08.2006; 19.30 Uhr im Ratssaal Bad Fallingbostel

Wohl kaum ein anderer archäologischer Fund hat in den vergangenen Jahren ein derartiges Interesse auch in der breiten Öffentlichkeit gefunden wie die Himmelsscheibe von Nebra. Dr. Harald Meller wird auf Einladung der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft und des Kulturrings am Donnerstag, dem 24. August, um 19.30 Uhr im Ratssaal von Bad Fallingbostel über die neuesten Forschungsergebnisse berichten. Eintrittskarten sind im Vorverkauf in der Buchhandlung Raufeisen und der Tourist-Information Bad Fallingbostel erhältlich, Restkarten an der Abendkasse. Der Eintritt kostet 5,50 €, Mitglieder zahlen 4,- € und Schüler/Studenten 3,- € Dr. Harald Meller ist Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachen-Anhalt und Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle/S. Als einer der Hauptakteure kann er aus erster Hand von der spektakulären Sicherstellung des Schatzfundes erzählen. Die einzigartige Bronzescheibe aus der Zeit um 1600 v. Chr. gilt als Schlüsselfund für die europäische Vorgeschichte, die Astronomiegeschichte und frühe Religionsgeschichte. Sie ist der älteste Beleg für die erstaunlichen astronomischen Kenntnisse der Menschen in der frühen Bronzezeit. Die "Himmelsscheibe" wurde im Juli 1999 auf dem 252 Meter hohen Mittelberg im Ziegelrodaer Forst bei Nebra/Sachsen-Anhalt aus dem Boden geborgen und gelangte erst Jahre danach auf Umwegen über den Schwarzmarkt in staatlichen Besitz. Sie besteht aus Bronze und hat einen Durchmesser von etwas über dreißig Zentimetern. Die Masse beträgt rund zwei Kilogramm. Ihre tiefgrüne Farbe ist das Ergebnis der viertausendjährigen Lagerung im Boden. Ursprünglich war sie wohl schwarz, worauf sich die Goldapplikationen wundervoll abgehoben haben müssen. Metallurgische Untersuchungen haben ergeben, daß das Kupfer des Bronzekörpers mit ziemlicher Sicherheit aus der Gegend von Salzburg stammt, das Gold mit einiger Wahrscheinlichkeit aus Siebenbürgen. Kein zweiter prähistorischer Fund weltweit zeigt wie diese Himmelsscheibe derart klare Belege für ein Interesse des vorgeschichtlichen Menschen an den kosmischen Vorgängen. Die ursprünglich 32 etwa einen Zentimeter großen Goldplättchen stellen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Sterne dar. Die Gruppe der sieben eng zusammenstehenden Plättchen repräsentiert astronomischen Analysen zufolge das Siebengestirn (die Plejaden). Statistische Untersuchungen erhärten die Ansicht, daß die verbleibenden 25 Goldplättchen keinen individuellen Sternbildern zuzuweisen sind, sondern allgemein den gestirnten Nachthimmel wiedergeben. Die Himmelsscheibe von Nebra ist sicherlich der derzeit wohl bestuntersuchte archäologische Fund in Deutschland.